Das Mephisto PC-Modul als alternative Schnittstelle zur Software

Interface: Mephisto PC-Modul

Baujahr: 1996

Verbindung: parallel (LPT) über die Druckerschnittstelle

BIOS-Konfiguration: EPP (bidirektional)

Betriebssysteme: DOS 6.22, Windows 3.11, Windows 95, Windows 98

Zugeingabe: Magnetsensorbretter (Mephisto „Modular“, „Exclusive“, „München“)

Zugausgabe: 64 Feld-LED´s

DOS – Programme, die mit dem Modul kommunizieren:

GENIUS 3 + 4 + 5 for DOS (Richard Lang)

REBEL 7 + 8 (Ed Schröder)

FRITZ 3 (Frans Morsch)

CHESS SYSTEM TAL (Chris Wittington)

Die Programmansteuerung in der Software erfolgt mit folgenden Menübefehlen:

In den Rebel-Versionen muss „PC-Auto-Board“ aktiviert sein.

In den Genius-Versionen muss „Kasparov AutoBoard“ aktiviert sein.

Im Chess System Tal ist es erforderlich im Programmaufruf der entsprechenden „.exe“ den Schalter „/saitek“ anzufügen. Die Datenübertragung wird so gewährleistet.

Beim Fritz ist nach dem Start des Programms, der Tastaturbefehl „Strg+F8“ einzugeben um die Zugübertragung zu aktivieren. Erscheint der Dialog „Saitek Board“, dann ist die Verbindung erfolgreich.

Diese Programmversionen waren in den meisten Fällen fortgeschrittene Entwicklungen jener Programme, die früher in Schachcomputern zum Einsatz kamen und später an die Architektur des PC´s angepasst wurden. Den größten Unterschied gab es allerdings hardwareseitig. Denn durch die schnellere Abarbeitung der Befehle wurden die Programmroutinen beschleunigt und somit noch etwas mehr an Spielstärke erreicht. Umgekehrt ist es beim Schachprogramm Fritz 3 gewesen.

Hier wurde die Software nachträglich für den Hitachi SH7034-Prozessor transcodiert. Im Mephisto Milano Pro (1996) und später insbesondere im Mephisto Atlanta (1997) griff man auf diese Software zurück.

Das PC-MODUL ersetzte in gewisser Weise bestimmte Rechenmodule, beziehungsweise einige speziell von mir noch erwähnte Laptop-Stand-Alone-Schachcomputer der Mephisto-Produktlinie.

Und zwar jene dedizierten Schachcomputer oder Steckmoduleinheiten, welche in der Einzelanschaffung, insofern auf dem Gebrauchtmarkt vakant, nicht unbedingt als Elektronikschrott gehandelt werden 🙂

Programmverwandte Computer zur Software, die per PC-MODUL ansteuerbar sind, seien der Vollständigkeit halber hier erwähnt:

für die DOS-FRITZ 3-Software (2245 Elo)

stehen folgende Schachcomputer und Module der 6. Generation.

– Mephisto Atlanta (2087 Elo)

– Mephisto Magellan (Modulset 2087 Elo)

– Mephisto Milano Pro (ohne Hashtables 1976 Elo)

– Mephisto Senator (Modulset ohne Hashtables 1976 Elo)

Anmerkung:

Fritz 3 aktiviert den Speicher für die Hashtables nicht vollautomatisch. Voreingestellt sind allerdings 64 KB Speicher RAM als Grundeinheit. Während ein Milano Pro ohne die Speichertabellen auskommen muss, verfügt der Atlanta hingegen über 512 KB RAM als Speicher für die internen Transpositiontables, welche im Endspiel verstärkt zum Tragen kommen.

Um jetzt zu erreichen, das die PC-Software Fritz 3 mehr RAM-Speicherkontingent für die Hashtables erhält, müssen wir – ich verwende das Beispiel über die „Dfend“ Dosbox – die Settings zuerst ändern. Nur dann bekommen wir einen definierten Wert.

Im Profileditor unter Arbeitsspeicher ist das Häkchen in den Feldern XMS und EMS zu deaktivieren. Die Größe in MB (z.B. 8) oben angeben. Im nächsten Schritt eine Datei erstellen: „fritz3.bat“ im Fritz3-Programmordner. Diese inhaltlich bearbeiten (fritz3.exe /x) und abspeichern. Zuletzt unter Profil den Pfad anpassen. Dann die „fritz3.bat“ starten.

Darüber hinaus die DOS- Versionen der REBEL 7 + REBEL 8-Software (2297/2339 Elo), die untenstehenden Modulen weitestgehend zuzuordnen sind:

– Mephisto Risc 1MB und Risc 2 (Modulsets 2100/2126 Elo)

Desweiteren die DOS-Software-Version GENIUS 3 (2311 Elo)

dessen Hardware-Pendants folgenden Modulen und Computern entstammen:

London EPROM, welches in folgende Geräte implementiert wurde

– Mephisto (Modul) Genius 68030 (2193 Elo) sowie die schwarze Laptopreihe

– Mephisto Berlin 68000 (2050 Elo) + Berlin Professional 68020 (2150 Elo)

Die DOS-GENIUS 4-Software (2303 Elo) ist eine reine weitere Programmvariante. Hier gab es keinen Zuwachs an Spielstärke, nur Veränderungen in den Routinen. Stellungen, die zwangsläufig ins Remis führten, wurden so weitaus effizienter registriert.

Die DOS-GENIUS 5-Software (2333 Elo) nahezu baugleich. Entsprechend der SSDF-Liste spielt diese Version lediglich etwa 20 Elopunkte stärker.

Der Unterschied besteht in erweiterten Features und einer Zunahme der Spielstärke im Blitzschach. Gleichermaßen in den erweiterten 3-fach-Stellungsroutinen. *

Some more features? So kleinlich darf das nicht gesehen werden. Ich führe nur einige Neuerungen explizit auf, die mir wirklich relevant erscheinen.

  • es existiert eine DOS + Windows Version des Programms
  • das Erföffnungsbuch kann editiert werden
  • ein neues Buch von de Gorter wurde implementiert
  • umschalten auf ein 3-D-Board (räumliche Darstellung des Schachbrettes)
  • mehr Optionen zu einstellbaren Zeitkontrollen
  • unterstützt die Dateiformate „EPD“ und „PGN“
  • kooperiert mit TASC, MEPHISTO, CHESS232 – Boards
  • sogar das „CBF“ Format von Chessbase ist kein Fremdwort

* Diesen Vorteil-/Nachteil werde ich demnächst anhand einer Partie dokumentieren.

Die DOS-Version vom CHESS SYSTEM TAL (2150 Elo) hatte keine software-spezifische Entsprechung in dem Sinne, das diese in einen Schachcomputer verbaut wurde.

Das Mephisto PC-MODUL findet seine Entsprechung im Mephisto-PC-BRETT. Jenes, das als Vollholz-Sensorbrett mit komfortabler 64- LED Zugeingabe-/ Zugausgabe versehen ist.

Technisch gibt es nur den Unterschied: es ist kein Modular-/Exclusive-/ oder gar ein München-Brett der Standard- Mephisto-Reihe notwendig.

Denn hier ist die Verschaltung zur parallelen LPT-Schnittstelle bereits im externen Brett selbst integriert und steuert die Kommunikation mit der PC-Software.